„I do a really great show!”: Nahtlos! Interview mit Designerin Anna Sui

Für eine ganze Woche war Modedesignerin Anna Sui, deren Imperium längst auch die Konsumwelten jenseits der Kleiderstange umfasst – ob Handys für Samsung, Plastikpüppchen für Colette oder Parfum – nach Deutschland gekommen. Grund der ausgedehnten road show: die Lancierung ihres jüngsten Duftes, „Flight of Fancy”, der exklusiv bei Douglas erhältlich ist. Doch statt von Stadt zu Stadt zu jetten, jeweils die gleiche PowerPoint-Präsentation durchlaufen zu lassen und für Fotos zur Verfügung zu stehen, tourte Anna Sui (46) mit einer Art Fashion Master Class durch die Standorte der Modeschule Esmod.

 

Auch in München konnten einige Studenten der Abschlussklasse einen Look ihrer Kollektion sowie ihre Skizzen und Bildwelten präsentieren – und erhielten Feedback von Sui persönlich. Als Fan von Suis originellem Stil-Remix, von der Suzy-Wong-Ästhetik à la Shanghai in den 20er Jahren bis zum zickigen „Gossip Girl”-Look, war es mir ein Fest, der bereits mit einem Lebenswerk-Preis ausgezeichneten Designerin im Anschluss einige Fragen stellen zu können.

 

Ihr Unternehmen wächst stetig, Sie involvieren sich in so viele unterschiedliche Projekte – würden Sie sich immer noch „nur” als Designerin beschreiben oder sind Sie längst Unternehmerin geworden.

 

Ich bin tief im Herzen immer noch Designerin, und das wird auch so bleiben. Mein Talent ist die kreative Arbeit und der versuche ich auch so viel Zeit wie möglich zu widmen. Ich bin nicht wirklich eine business woman oder Firmenlenkerin. Ich bin Designerin.

 

Zu den Studenten der Esmod München haben Sie gerade gesagt, sie sollten jede Sekunde ihrer Ausbildung zum Ausprobieren, Träumen, Experimentieren, „Rumspinnen” nutzen, denn die, oft restriktive Wirklichkeit des Modegeschäfts käme noch früh genug. Das klang fasst wehmütig …

 

Na klar. Denn genau das passiert. Vor allem, wenn man zunächst für ein Modehaus, jemand anderen, arbeitet, stehen deren Bedürfnisse im Vordergrund. Dann muss man sich darauf konzentrieren, was diese Marke braucht und wie man eine verkaufbare Kollektion für sie kreiert. Da wird die eigene Arbeit rasch kommerziell. Umso wichtiger ist es für junge Designer, sich im Studium nach Herzenslust auszudrücken, quasi ihr Inneres auszuschütten, um aufnahmefähig zu werden. Als professioneller Designer, vielleicht mit eigenem Label, geht es später eben um mehr als Selbstverwirklichung, es ist commercial art, man entwirft für einen Kunden. Und trägt Verantwortung für Angestellte.

 

 

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Haben Sie sich trotz allen Zwängen des Geschäftes einen kreativen Fluchtpunkt erhalten können? Wo und wie brechen Sie aus?
In meinen Modenschauen! Da balanciere ich alles aus – was ich will und was Kunden wollen. Ich baue immer wieder Looks ein, wo einige im Publikum sagen „Ich kann nicht glauben, dass Sie DAS über den Laufsteg schickt!”. Das sind die Stücke, die ich selbst brauche, damit meine Arbeit den Stress wert ist.

 

Die Welt der Parfums und der Modekosmos nähern sich immer stärker an, manche Marken haben nur als Duft überlebt. Wie sehen Sie diese lukrative Symbiose zwischen Textilien und Aromen?

 

Ich glaube, es gibt keinen Designer, der nicht ein eigenes Parfum zum Ziel hat. Die Schwierigkeit besteht darin, die ästhetische Welt eines Modeschöpfers mit einem Duft zu interpretieren. Ich finde nämlich, dass so ein Duft den Käufer genauso mitreissen muss, wie es eine Fashion Show kann. Für mich geht es hier wie da um etwas Märchenhaftes, Fantastisches, um ein Ideal, das dem Publikum oder Parfümkäufer als sehr erstrebenswert erscheint. Was ich an Parfüms mag, ist, dass sie meine Ideen noch viel weiter tragen, zu mehr Menschen, als es meine Kollektionen können. Denn, sein wir ehrlich, manchmal ist das eigene Budget eben nicht so üppig, als dass man sich gerade ein Babydoll-Kleid von Anna Sui leisten könnte. Da schlägt dann die Stunde meiner Düfte.

In den letzten Tagen war in der New Yorker Lokalpresse zu lesen, Sie wären still und heimlich zur Immobilien-Queen avanciert. Was ist dran?

 

Das ist total übertrieben. Ich habe einfach nur die Angewohnheit, Nachbarn zu bitten, mir Bescheid zu geben, wenn sie ausziehen …

 

Stichwort Demokratisierung der Mode: Vor zwei Jahren entwarfen Sie für und mit der Supermarktkette Target eine Kollektion, jetzt wurde bekannt, dass Missoni im Herbst ebenfalls für Target designen wird, von den Projekten, die H&M mit den Größen der Branche realisiert ganz zu schweigen. Ist der Flirt der Premium-Marken mit der Discounter-Theke nicht riskant?

 

Für mich ist die Zugänglichkeit meiner Kreationen immer schon das Wichtigste gewesen. Als ich mein Unternehmen gründete, ging es mir nie darum, im Elfenbeinturm der Couture zu thronen. Ich wollte keine übertriebenen Hürden zwischen Kunden und unserer Marke. Die Zusammenarbeit mit Target hat die Schwelle natürlich so weit gesenkt, wie wir es nie allein könnten. Und das Target-Team, dass die Stoffe einkauft und meine Ideen umgesetzt hat, war einfach großartig.

 

Sie waren also richtig in charge, haben den Prozess aktiv begleitet und nicht bloß ihren Namen verkauft.

 

Schauen Sie sich doch einfach die Kollektion an, die 2009 in die Läden kam!

 

Die Modewelt erlebt gerade einen riesigen Innovationsschub: Kaum mehr eine runway show, die nicht live ins Internet übertragen wird, es wird getwittert, gefacebooked und alles in Echtzeit. Wie lange kann das Live-Erlebnis einer Modenschau da noch überleben?

 

Nichts wird jemals die Eindrücke und die Atmosphäre ersetzen, die man fühlt, wenn man direkt am Laufsteg sitzt. Sie sehen die Schnitte durch Ihre Augen, nicht durch ein Kameraobjektiv. Sie hören die Stoffe rascheln. Sie fühlen die Bässe der Musik. Die Elektrizität in der Location, die transportiert sich einfach nicht über ein Video. Ich habe mir schon einige live streams von Kollegen angesehen und immer gedacht „Das war’s?”, während mit Bekannte, die dort waren, so von der Energie usw. vorgeschwärmt hatten.

 

Ein Live-Event ist aber auch eine Frage des Geldes. Nicht jeder hat die 100 000 oder mehr Euro, die so ein Model-Spektakel verschlingt …

 

Sicher, es gibt Designer, die sich auch ohne Laufsteg ausdrücken können. Und für Newcomer. Was mich betrifft, kann ich dazu aber nur sagen: Ich biete eine verdammt gute Show!

 

Diese Frage ist etwas ernster, aber in diesem Jahr muss man sie einfach stellen, gerade einer Wahl-New-Yorkerin wie Ihnen. Wenn im September im Lincoln Center die New York Fashion Show stattfindet, sind die Schrecken des 11. Septembers 2001 genau zehn Jahre her. Was für Gedanken gehen Ihnen dazu durch den Kopf?

 

Ich denke in jedem Jahr an damals, wenn 9/11 näher rückt. Denn: Die Katastrophe ereilte Manhattan einen Tag vor meiner Modenschau. Und ich war in meinem Atelier mit den letzten Anproben beschäftigt, als jemand etwas von einem Flugzeugabsturz murmelte. Ich war aber so in meine Arbeit vertieft, dass ich es nur beiläufig wahrnahm. Dann rief mich ein Freund an und fragte „Was machst du noch in deinem Büro?”. Ich wusste noch gar nicht, was los war. Dann holte mich die Wirklichkeit ein – und man weiß plötzlich, was Priorität hat. Ich habe zu meinen Angestellten gesagt, dass sie erstmal einfach im Studio bleiben sollten, das wäre sicherer. Was stimmte, denn es war zunächst schier unmöglich, per Subway oder Bus irgendwohin zu kommen. So konnten alle sich ein klein wenig sammeln und später die Not-Busse nehmen, die über die Brücken in die anderen Stadtteile fuhren.

 

Letzte Frage: Ich weiß, Sie machen keine Männermode mehr, aber gibt es in einer Schublade Pläne für ein Männer-Parfum?

 

Früher präsentierten Rockstars meine Entwürfe für Männer auf dem Catwalk – und ich habe immer noch einige Herren als Privatkunden. Deshalb sprechen mein Team und ich oft über einen Duft for men, auch in den letzten Tagen wieder. Ich glaube aber, dass ich unbedingt eine Männerkollektion bräuchte, um ein solches Parfüm-Projekt zu unterstützen. Hm, wer weiß, vielleicht kommt es einmal dazu …

 

Anna Suis neuer Damenduft Flight of Fancy, den Nahtlos! Leser bereits in unserem Oster-Gewinnspiel gewinnen konnten, ist in Deutschland exklusiv bei Douglas erhältlich. Der Preis: 30 ml kosten 29,95 Euro, es sind auch 50 bzw. 100 ml erhältlich.

 

P.S. Hier noch ein Video, in dem sich Anna Sui und Marc Jacobs bei ihrem Lieblingsitaliener unterhalten. Über die wilden 90er und wie es ist, bereits für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden zu sein:

HÖRTIPP:
Lernen Sie Designer, Fotografen, Künstler und Kreative in spannenden Podcast-Interviews kennen: Nahtlos! Das Lifestyle Podcast

„Breakdance, BMW und Biofleisch – warum nicht?”: Nahtlos! Interview mit Schauspieler Moritz Bleibtreu

Strahlender Sonnenschein in Hamburg. Durch die Terrassentür fällt Licht in die kleine Bibliothek des Hotel George auf der Langen Reihe, wandert über die Interview-Sitzgruppe – und ruht schließlich auf einigen Elektrorasierer. Die spielen heute jedoch eher eine Nebenrolle, denn der Mann, auf den die Kolleginnen und ich warten, Aufnahmegeräte auf Standby und Papierseiten voller Fragen, hat sich vom Kleingedruckten ganz unten auf Filmplakaten auf die Oberkante der Poster vorgearbeitet. Und spaziert nun gut gelaunt durch die Glastür, auf die wir so ungeduldig starren.

 

Dafür, dass er nicht nur für sich, sondern diesmal gleichzeitig für Rasierapparate von Braun werben soll, ist Moritz Bleibtreu, das frisch gebuchte Braun testimonial glänzend gelaunt. Und macht im ausführlichen Gespräch, das folgt, seinem Ruf alle Ehre, die Klaviatur von jugendlichem Kumpeltyp bis zum ernsten Charaktermimen mit Tiefgang perfekt zu beherrschen. Ganz natürlich und ansatzlos wechseln die Themen vom modernen Männerbild über werbende Schauspieler, die Faszination von Videospielen bis hin zum Widerspruch zwischen Bio-Fleisch und BMW-Fahren.

 

Der moderne Mann, suggerieren uns Medien wie Psychologen, steckt in der Sinnkrise, ist sich seiner Rolle nicht mehr so sicher und eigentlich ein ziemlich armes Würstchen. Für Braun verkörperst du jetzt eine weitere Variante zeitgemäßer Männlichkeit. Wie würdest du denn das Mannsein 2011 beschreiben?
Es wird uns suggeriert, genau. Und dadurch entsteht Unsicherheit, übrigens auch bei den Frauen. Doch sind das echte oder nur künstlich erzeugte Probleme? Als Familienvater muss ich sagen, dass eine gewisse Rollenverteilung zwischen Mann und Frau spätestens mit Kindern zur logischen Konsequenz wird und sich einfach automatisch ergibt. So oder so. Wenn so ein kleines Ding plötzlich da ist und schreit, dann wird sekundär, wer wo welche Rolle spielen will, sollte, darf und so weiter.

 

Warum offensichtlich einige in unserer Gesellschaft ein Interesse daran haben, dass Männer und Frauen den Bezug zu sich verlieren, weiß ich nicht. Wenn ich in mein Umfeld gucke, dann gibt es eigentlich nur einen einzigen Grund, wenn in einer Beziehung die Rollenverteilung nicht funktioniert – und das ist Liebe. Wenn da was nicht stimmt, wenn zwei sich nicht lieben, dann wird es schwierig.

 

Und ich persönlich finde, dass nicht alles an den traditionellen Rollen blöd war. Sicher, einiges daran ist verbesserungswürdig, was aber im Umkehrschluss auch nicht bedeutet, dass Männer auf einmal weiblicher sein und sich alle Körperhaare abrasieren sollten und Frauen auf einmal maskuliner werden müssten. Ich stelle wirklich gern Normen in Frage, es lohnt sich aber auch zu überlegen, wie denn die Alternative aussehen könnte, was danach käme. Was mich bei dem ganzen Thema bloß wundert ist, dass jeden Abend bei RTL irgendein Comedian wieder einen Witz über Männer und Frauen reißt. Mars und Venus und so. Kann doch nicht sein, dass das immer noch so viele Leute so lustig finden, oder?!

Im Kino können wir gerade das letzte Aufbäumen der Haudegen beobachten. Ob Jeff Bridges in „True Grit” oder, neue Teile von „Rambo” und „Rocky” oder Arnold Schwarzenegger, der gerade für einige Filme unterschrieben hat. Die alten Recken sind nicht totzukriegen, das sind sozusagen unsere John Waynes. Sehnt sich das männliche Publikum nach einer Welt, in der Männer noch Rauhbeine waren und Schwierigkeiten mit der Waffe und nicht endlosen Diskussionen lösten?

Psychologisch gesehen magst du Recht haben, dass über das Leinwanderlebnis kompensiert wird. Ich glaube allerdings eher, dass das nach den Regeln der Mode funktioniert und es am Ende bloß ums Geld geht. Man kann eben eine Idee nur so lange verkaufen, mit all den Accessoires, die dazugehören, bis sie langweilig werden und man sie muss austauschen muss. Es hätte vor 15 Jahren keiner gedacht, dass man Männern Pflegeprodukte für ihre Beine verkaufen kann. Es gibt Menschen die wirtschaftliches Interesse daran haben, Bedürfnisse zu erzeugen, Produkte dafür zu entwickeln und so neue Märkte zu erschaffen.

 

Und momentan lässt sich offensichtlich mit harten Kino-Kerlen Geld machen. Nützlich ist dabei, dass Männer wie Frauen mehrheitlich eine gewissen Grundangst mit sich herumtragen, ständig auf der Suche nach sich selbst sind. Und was hilft gegen Angst? Konsum! Wir beruhigen unsere Ängste, indem wir konsumieren. Und das klappt leider Gottes immer wieder wunderbar. Das machen uns vor allem die metrosexuellen Männer vor. Gut, von Rasierern sprechen wir dabei jetzt nicht, denn rasieren müssen sich Männer seit es sie gibt. Außer sie leb(t)en in den Bergen und schmeißen Bomben … Wer aber Peelingcremes für die Beine oder Push-up-Unterhosen braucht, das wüsste ich gern..

 

Du surfst also nicht auf der Beauty-Welle?

Eine gewisse Grundgepflegtheit ist natürlich wichtig. Schließlich will man die Umwelt ja nicht mit seinem Antlitz und Geruch erschrecken. Ich definiere mich allerdings nicht über Kleidung oder Ähnliches, sondern hoffentlich über das was ich mache. Das ist mir viel wichtiger. Ja, Schönheit kommt von innen. Und Ausstrahlung und Sexappeal haben etwas mit der eigenen Befindlichkeit zu tun. In dem Moment, wo man zu seiner Mitte findet, wird man das spüren. Und dann zählt nicht mehr der Abstand der Augen oder die Entfernung der Nase zum Mund. Dann ist Tilda Swinton nicht geometrisch perfekt und trotzdem eine wunderschöne Frau. Weil sie sich gefunden hat. Und das sieht man ihr an.

 

Wie haben sich denn Braun und du gefunden?

Man hat mir einfach eines Tages ein ganzes Paket angeboten, inklusive Rankin als Fotograf der Werbekampagne. Nach wenigen Treffen war klar, hier kriegen wir ein win-win hin. Und ich habe vor allem eins gemerkt: Niemand will mich in irgendeine Richtung biegen oder mich als etwas verkaufen, mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Vor 20 Jahren hätte man als Schauspieler nicht einmal theoretisch darüber nachgedacht, Werbung zu machen. Für mich gehört Werbung heute aber zur Unterhaltung, und solange ich mich weder verstellen muss noch ein Produkt bewerben, von dem ich nicht überzeugt bin, dann finde ich das eine super Sache. Die Zusammenarbeit mit Braun hat mir jedenfalls irre viel Spaß gemacht.
Um deine Bekanntheit zu steigern bräuchtest du solche Kampagnen eigentlich nicht. Was war der finale Grund, für Braun den E-Rasierer zu schwingen?

Das Argument Nummer 1 bei solchen Projekten ist immer Geld. Sobald ich als Schauspieler nicht die Möglichkeit habe, irgendeine Geschichte zu erzählen, einen Film zu drehen, ein Stück zu spielen oder etwas anderes machen kann, wo ich Menschen emotional involviere, dann geht es mir um Geld. Lange Jahre hat sich die Werbung nicht an mich herangetraut, dann hat sich das irgendwann so ein bisschen geändert. Das Geld, was ich mit der Werbung verdiene, ermöglicht mir einfach, meine Rollen freier zu wählen und weiterhin auch Filme, wie „Chiko“ oder Ähnliches zu machen. Also Filme, bei denen ich wirklich kein Geld verdiene.

 

Hast du keine Bedenken, vom ernsthaften Schauspieler zur Werbeikone zu werden?

Nein. Sicher, man muss wachsam sein, aufpassen, dass man sich immer in erster Linie über seine Arbeit definiert und nicht durch 30-Sekunden-Spots. Doch selbst in meiner Branche hat sich das Vorurteil gelegt, mit Werbejobs verrate man seine Zunft. Heute werden doch auch Filme längst als das betrachtet, was sie sind: ein Produkt. Und zwar eines, dessen Herstellung refinanziert werden muss. Da wird der Star, der im Film auftritt, zum unique selling point, zum USP. Das ist in den USA längst die Regel und nicht der Rede wert.

 

Werbung für Filme und Werbefilme – ganz schön kompliziert für einen Schauspieler, dabei immer seine Mitte zu finden und zu wahren.

Die Verschmelzung von (werbewirksamem) Glamour und der Bühne oder Leinwand gab schon einmal, so in den 40er und 50er Jahren. Spencer Tracy, Grace Kelly, Marilyn Monroe, das war unnahbarer, unwirklicher Glamour wie aus dem Marketing-Handbuch. Erst Topmodels wie Twiggy in den 70er Jahren und die Laufsteg-Diven der Achtziger trugen diesen entrückten Appeal auf die Straße und die Magie von einst wurde auf Looks heruntergebrochen, es ging bloß noch um gutes Aussehen. Jetzt geht die Zeit der Supermodels zu Ende, man kennt die Namen der Mädchen, die in Paris oder London laufen nicht mehr. Aber wer bei Victoria‘s Secret Unterwäsche vorführt, da kann ich dir fünf Namen nennen.

 

Wofür stehst du denn?

Das ist eine schwierige Frage. Mein Image ist eher diffus, unterschiedliche Leute nehmen mich ganz verschieden wahr. Ich fand das immer von Vorteil für meinen Beruf.

 

Gibt es denn nicht einen gemeinsamen Nenner?

Die ganze Palette! Das ist einer der Gründe, warum ich das Glück habe, verschiedene Figuren spielen zu dürfen. Eben weil das Bild von mir so vage ist und mir die Menschen einiges abkaufen. Ich liebe diese Ambivalenz, ich bin viele! Ich liebe Breakdance. Ich lese Shakespeare. Ich bin Familienvater. Ich fahre gern schnelle Autos und esse Biofleisch. Und das ist ein Problem in Deutschland, wo man immer versucht, Leute in Schubladen zu zwängen. In den USA dagegen findet man Vielschichtigkeit im Showbusiness toll. Wenn Menschen widersprüchliche Dinge machen wie Biofleisch essen und einen rasanten BMW zu fahren..

 

Man besetzt beispielsweise besetzt Robert De Niro in einer wilden Komödie wie „Meine Braut, ihr Vater und ich”.

Oder nehmen wir Mickey Rourke. Den würde nach seinen Tiefs und Ausrastern in Deutschland nie wieder jemand etwas machen lassen, weil wir ungern jemanden wieder aufstehen sehen. Und das finde ich schade, denn das Leben ist grau und komplex. Gerade deswegen habe ich mir ja diesen Beruf ausgesucht, weil er mir die Möglichkeit bietet, in vieles hineinzuschauen und mich für die paradoxesten Dinge zu begeistern. Wer will schon sorgfältig einsortiert werden – und bleiben? Gunter Sachs, der war in der Klatschpresse der ewige Playboy, dem ging es immer gut. Stimmt, er heiratete einst Brigitte Bardot. Aber dass er auch Mathematiker war und einer der bedeutendsten Kunsthändler der 80er Jahre war, dass fällt den Journalisten erst jetzt wieder ein.

 

Sachs war für den deutschen Boulevard einfach ein zu komplexer Charakter.

Aber das ist doch sehr schade! Seit unsere nationale Identität kaputtgegangen ist, leben wir in einer Zeit, in der wir uns nach dem Mittelmaß sehnen. Weil die Mittelmäßigkeit auch Sicherheit bedeutet. Dadurch ist unsere Medienwelt bevölkert von mediokren Talenten Ich nenne da jetzt keine Namen, aber diese Mittelmäßigkeit zieht sich durch das ganze Land. Egal welche Branche oder Position. Und wer dem nicht entspricht, der ist den Leuten eigentlich zu viel.

Trauen die Medien und nicht mehr Denk- und Differenzierungsleistung zu?

Ich glaube ja. Und das ist ein absoluter Denkfehler. Die Menschen sind viel intelligenter, als Chefredakteure und Programmverantwortliche glauben. Nehmen wir nur mal die These, das Internet würde die Bücher töten. In Wirklichkeit lesen die Menschen so viel wie nie zuvor. Und so schlecht scheint man mit gedruckten Büchern auch nicht zu verdienen, wenn ich erst neulich ein Kochbuch angeboten bekomme. Wer hat nur ein Interesse daran, das Buch vorschnell zu begraben?

 

Kommt denn das Kochbuch?

Nein. [lacht] Ich habe mich mit der erstbesten Antwort à la „Das Buch ist tot” nie zufrieden gegeben.

 

Weil du gerade von deutscher Mittelmäßigkeit gesprochen hast, da fällt mir das deutsche Fernsehen ein. Du hast mal gesagt, mit dem Fernsehen wärest du durch. Erste Frage: Ist das noch so? Und zweite Frage: Warum ist das deutsche Fernsehen so miserabel?

Das deutsche Fernsehen ist nicht schlecht.

 

Aber verglichen mit dem amerikanischen, vor allem mit dem privaten Fernsehen wie es HBO, Showtime & Co. machen – und zwar oft besser als das US-Kino …

Aber das ist auch das einzige Feld. Und das liegt einfach daran, dass sie eine Autorenkultur haben die weit zurückgeht. Die Serienkultur ist in Amerika so stark, da werden wir nie hinkommen. Aber im Bereich Doku und Feature sind wir Weltklasse. Und die Tatsache, dass ich kein Fernsehen mache, ist keine Absage an das Fernsehen. Es ist ein lautes „Ja” für das Kino. Mir ist das aktive Zugucken, das Gemeinschaftserlebnis eines Kino-Publikums sehr wichtig.

 

Wie im Theater.

Genau! Das ist der Raum, in dem ich groß geworden bin und das finde ich toll! Wenn du sieben Euro gezahlt hast und durch die halbe Stadt fährst, bist du viel motivierter, dir ein Stück anzuschauen, als wenn du einfach guckst und jederzeit ausmachen kannst. Aber spätestens in 15 Jahren wird es keinen Unterschied mehr zwischen Kino und Fernsehen geben. „Der Untergang” zum Beispiel ist ein so genannter „Amphibienfilm”, den Fernsehsender mitfinanziert haben um sich die Erstausstrahlung und weitere Verwertung zu sichern. Alles wird verschmelzen – vom Film über das TV bis zu Videospielen. Und all das passiert in 3D.

 

Bist du ein Gamer?

Gar nicht! Nein überhaupt nicht. Früher ein bisschen, aber das ist mir irgendwann zu kompliziert geworden. Aber ich bin fasziniert von Technik, das interessiert mich sehr. Allein in diesem Rasierer steckt mehr Technik, finde ich, als in der Apollo 1 Mission. Aber es ist definitiv etwas, was eine Riesenrolle spielen wird. Gerade das Internet, wo man interaktiv mitgestalten kann. In diesem Rasierer steckt mehr Technik als in der Apollo 1 Mission.

 

Rasierer – die neuen Mondraketen?

Genau. Ich finde immer toll zu sehen, was Menschen sich ausdenken können. Vieles kann ich bloß staunend unter W wie Wunder ablegen, wie das Fliegen im Flugzeug oder Mobiltelefone. Wahre Wunder!

 

Musst du vertraglich glatt rasiert bleiben oder darfst du einen Drei-Tage-Bart tragen…?

Ich bin Schauspieler und deshalb darauf angewiesen, je nach Figuren mein Aussehen zu ändern. Insofern wäre es unmöglich mich zur regelmäßigen Rasur zu verdonnern.

 

Als Schauspieler spielst du ja vor der Kamera eine Rolle. Wie erging es dir bei den Fotoaufnahmen mit Star-Knipser Rankin?

Das hängt natürlich stark vom Fotografen ab. Grundsätzlich bin ich immer froh, wenn ein Fotoshoot vorbei ist.

 

Warum? Weil es keine Handlung gibt?

Ja, du sagst es. Das ist das Problem. Bei einem Beauty-Shoot wie für Braun geht es um posen ohne zu posen. Und das ist schwer. Mit der Zeit aber lernt man, sich vor einer Kamera positiv zu verkaufen.

 

Wie viele Foto-Blicke hast du denn drauf?
Einen.

Die Rollen, die du auswählst sind extrem vielfältig und unterschiedlich. Was muss ein Part haben, damit du dich dafür interessierst? Und wie bereitet man sich auch eine Rolle wie Josef Goebbels vor?
Das habe ich mich selbst Jahre lang gefragt habe, also warum begeistert mich zum Beispiel das eine Buch und das andere nicht. Irgendwann habe ich dann die Erfahrung gemacht, dass die Figuren mich aussuchen und nicht andersherum. Es geht immer um meine momentane Befindlichkeit, die Parallelen zwischen der eigenen Persönlichkeit, der Rolle und dem Zeitpunkt, in dem ich ein Buch lese. Manchen Film hätte ich vermutlich zwei, drei Jahre später nicht gemacht, weil ich nicht derselbe gewesen wäre.

 

Und zur zweiten Frage: Ich bin kein großer Vorbereiter. Ich glaube tatsächlich, dass Schauspielerei sich zu 85 Prozent aus Textverständnis und Instinkt zusammensetzt. Dann gibt es noch Figuren [wie Goebbels], für die man eine gewisse handwerkliche Vorbereitung braucht. Und wenn sie auch noch historisch sind, muss man sich einlesen, recherchieren. Das sind aber dennoch nur 15 Prozent, der kleinste Teil. Ich bin definitiv kein method actor.

 

Weil es künstlich ist?

Nein. Was die method eigentlich ist, ist das Reproduzieren von Gefühlen und eine Reproduktion von Gefühlen ist kein Erleben. Du hast eine hochemotionale Szene, baust deine Gefühle auf und spielst dann die Szene. Das finde ich kontra-kreativ, um ehrlich zu sein. Kreativität in der Schauspielerei ist für mich, eben nicht zu wissen, ob ich in dem Satz heule oder nicht und mich von Text und der Situation mitnehmen zu lassen, mich damit zu überraschen. Und somit auch die Zuschauer.

 

Zur Person: Der Schauspieler Moritz Bleibtreu, 39, wurde in München geboren. Er ist mit der aus Schweden stammenden Grafikerin Annika zusammen, die Ende November 2008 David zur Welt brachte. Zuletzt war Bleibtreu in „Goethe“ und „Gegengerade – 20359 St.Pauli“ zu sehen. Die Täuschungskomödie „Mein bester Feind“, die im Dritten Reich spielt, startet am 1. September, danach folgt im Winter 2011 der Thriller „Im Jahr der Schlange“. Bleibtreu spielt dort einen Klatschreporter, der zwischen die Fronten von Geheimdienst und Mafia gerät.

 

Moritz Bleibtreu wurde bisher mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

 

1997: Ernst-Lubitsch-Preis für seine Rolle in „Knockin‘ On Heaven’s Door“
1999: Jupiter – Bester deutscher Darsteller für „Lola rennt“
1999: Deutscher Shooting Star des europäischen Films
2000: DIVA-Award
2001: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis)
2001: Deutscher Filmpreis – Bester männlicher Schauspieler für seine Hauptrolle in „Im Juli.“
2002: Jupiter – Bester deutscher Darsteller für „Das Experiment“
2002: Seattle International Film Festival – Golden Space Needle als bester Darsteller in „Das Experiment“
2005: Goldene Romy – Beliebtester Schauspieler
2006: Silberner Bär auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin für die beste Hauptrolle in dem Film „Elementarteilchen“
2006: Goldene Romy – Beliebtester Schauspieler
2010: Preis für Schauspielkunst des Festival des deutschen Films

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„Ich gebe niemals auf!”: Indie-Film-Produzentin und IFP-Direktorin Joana Vicente im Nahtlos! Interview

Was wir an unserem Job so lieben, sind die spannenden, inspirierenden, einfach sehr besonderen Menschen, die wir immer wieder treffen und sprechen dürfen. Eben so eine außergewöhnliche Person ist auch Joana Vicente, Executive Director des Independent Filmmaker Project/IFP in New York. Seit 1979 unterstützt die Non-Profit-Organisation unabhängige Filmemacher in New York City und überall in der Welt, derzeit gehören 10 000 movie makers zum IFP-Netzwerk. Seit der Gründung vor 32 Jahren profitierten mehr als 7000 Filme und über 20 000 Filmemacher von dem einzigartigen Projekt: durch Workshops, Seminare, Konferenzen, Mentoren und Business-Knowhow. Die jährlich verliehenen Gotham Awards des IFP sind der erste Preis jeder Saison.

Wir sprachen mit Joana Vicente anlässlich der Bekanntgabe einer Partnerschaft des Independent Filmmaker Project mit Calvin Klein und dessen Parfüm „Euphoria”. Die Marke wird im Rahmen der nächsten Gotham Awards am 28. November 2011 ein Stipendium unter dem Titel Spotlight on Women Filmmakers ‚Live the Dream‘ an eine Regie-Debütantin vergeben. Im Interview verrät Joana Vicente, für welchen Film sie bisher am härtesten kämpfen musste, welches ihr liebster movie snack ist – und welche drei Filme ihre Kindheit prägten.

Welcher Film in  Cannes hat Ihnen am besten gefallen?
Sie meinen – jemals? „Das Piano”! Erst der rote Teppich vor dem Lichtspielhaus, dann die schönste Leinwand der Welt und schließlich dieser wundervolle, mysteriöse, sinnliche Film.

Was war der schlechteste Film, den Sie je gesehen haben?
Ich hasste David Cronenbergs „Dead Ringers” (dt. „Die Unzertrennlichen”).

Was machte den so miserable?
Er war gewalttätig und frauenfeindlich. Ich musste mittendrin einfach rausgehen.

Was ist Ihr geheimes Talent?
Niemals aufzugeben.

Für welchen Film mussten Sie bisher am härtesten kämpfen? Was waren die besonderen Hürden?
Definitiv „Three Seasons” von Tony Bui. Er wurde in Vietnam gedreht, auf Vietnamesisch, finanziert mit Geld aus Amerika. Niemand hatte je einen US-Film dort gedreht – und der Regisseur war ein 25-jähriger Newcomer. Dass wir überhaupt das Budget zusammenbekommen hatten, war ein Wunder. Und dann mussten wir drehen! Ein Zensor der Regierung war immer am Set präsent, die Sprachbarrieren waren extrem, das Drehbuch mehr als ehrgeizig und anspruchsvoll, unsere Mittel sehr begrenzt … und die Film-Infrastruktur katastrophal. Eigentlich kam alles aus dem Ausland: die Scheinwerfer aus Kanada, der Stromgenerator aus Südafrika, das Filmmaterial aus den USA, Australien und Thailand, die Kameras aus Los Angeles und Hongkong. Es war der schiere Wahnsinn. Und ein Riesenspaß! Das Beste: „Three Seasons” gewann alle wichtigen Preise beim Sundance Film Festival – den der Jury, den des Publikums und einen für die Kameraführung.

In welches New Yorker Kino gehen Sie besonders gern?
Ins Ziegfeld auf der 54. Straße für die Blockbuster und ins Lincoln Plaza, 62nd/63rd Street, für Kunstfilme.

Wer ist ihr liebster Kino-Bösewicht?
Johnny Depp als Captain Jack Sparrow.

Ihr Liebling-Leinwandheld?
Lassie.

Was war ihr seltsamster Job?
Ich habe als Touristenführerin in Südost-China.

Was naschen Sie im Kino?
Popcorn, gemixt mit Schokorosinen.

Ihr Soundtrack-Favorit?
Die Musik zu „Bis ans Ende der Welt” von Wim Wenders. Und der „Magnolia”-Soundtrack mit Aimee Mann.

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Wie würden Sie sich beschreiben: Film-Kennerin oder movie nerd?
Ich bin kein nerd! Also: eine Kennerin.

Welcher Film hat sie als Kind oder Teenager am meisten beeindruckt?
Die Kino-Musicals mit Fred Astaire, Jerry-Lewis-Filme und, natürlich, „Vom Winde verweht”.

Welche Schauspielerin und welchen Schauspieler bewundern Sie? Warum?
Kate Winslet, weil sie großartig spielt und ein gutes Händchen bei der Rollenwahl hat. Und Sean Penn, weil er sich so intensiv engagiert.

Ihr lustigstes Halloween-Kostüm?
Ich verkleide mich nicht an Halloween.

Wie sehen Sie Filme am liebsten: Kino, Leih-DVD oder web stream von Netflix?
Ja.

Entertainment-Laster: Welcher Reality-TV-Show können Sie nicht widerstehen?
„American Idol”, das gucke ich mit meiner Tochter.

Wie würden Sie Ihren Modegeschmack beschreiben?
Eklektisch, also von allem etwas. Ich trage beispielsweise unheimlich gern Calvin Klein Collection. In den Entwürfen von Francisco Costa fühle ich mich so chic und sophisticated.

Ihr liebstes Parfüm ever?
„Euphoria” und „Opium”.

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Countdown Berlin #17: 11 Fragen an André Märtens, L'Oréal Professionnel

  1. Berlin ist … zur Zeit die aufregendste Metropole der Welt.
  2. Was ist für Sie während der Berliner Modewoche unverzichtbar?
    Das Haarspray tecni.art air fix No. 5 von L’Oréal Professionnel, meine Wunderwaffe backstage mit sehr starkem Halt.
  3. Ihr kosmetischer Berlin-Geheimtipp?
    Eine gesunde Seele braucht einen passenden Körper. Also raus ins (bald wieder) Grüne und Sport machen, am besten im multikulturellen Tiergarten.
  4. Ihre Ruheoase während der Modewoche?
    Der Kakaoautomat backstage – hier nehme ich meine kleine Auszeit.
  5. Worauf freuen Sie sich besonders im Beauty-Sommer 2010?
    Wie jeder Mann natürlich auf die Sommerröcke der Damen. Und auf die neue Strampler-Kollektion für meinen kleinen Sohn.
  6. Was haben Sie zuletzt gekauft?
    Einen digitalen Camcorder, um backstage noch mehr aufzunehmen.
  7. Ihr Lieblingskleidungsstück?
    Ohne die Slim-Fit-Hemden von Gucci, die Tom Ford damals eingeführt hat, kann ich nicht leben.
  8. Ihre Frisuren-Looks für den Herbst/Winter 2010/2011 in einem Satz.
    Allgemein: Locker, lässig, legère!
    Die Männer: Garantiert keine kurzrasierten Köpfe, alles entspannter und natürlicher.
    Die Frauen: Weiche Formen und Farben, natürliche Goldtöne und keine aufgesetzten Stylings.
  9. Was lieben und was ‚hassen’ Sie an Ihrer Arbeit?
    Ich liebe den Kontakt zu Menschen und tue ihnen gern Gutes. Ich ‚hasse‘ es, wenn Leute meinen, aus „Zeitmangel“ ihr Selbst nicht wichtig nehmen zu können. Die verpassen echt was.
  10. Was haben Sie aus der Wirtschaftskrise gelernt?
    Ich versuche mich so zu verhalten als gäbe es sie nicht und nicht in die Falle der self-fulfilling prophecies zu tappen. Diese Strategie funktioniert – toi, toi, toi – sehr gut.
  11. Mit welcher historischen Figur identifizieren Sie sich?
    Das fragen Sie einen Friseur? Ferdinand Porsche ist mein Vorbild, weil er in Sachen Ästhetik etwas geschaffen hat, was bis heute nahezu unerreicht bleibt.

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