Im Einsatz als Android-App-Reporter

Nach aufregenden Tagen auf der letzten IFA als Web-TV-Reporter in der Halle von Sony, verlasse ich derzeit erneut meine comfort zone und wage mich an das Abenteuer Android-Apps – auf dem Sony Tablet S. Hier schon mal die erste Folge:

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Podcast, Folge 1: Premiere mit Sprit, Spitz, Brioni und Bushido

Nahtlos! Das Lifestyle Podcast Liebe Leser und – ganz neu: HÖRER!

Es ist vollbracht, die erste Episode unseres Lifestyle-Podcast ist on the air. Schon seit Monaten wollten wir uns ganz direkt, ungeschminkt und persönlich an Sie, an euch, wenden. Doch Offline-Jobs und unser Buch German Fashion Kitchen ließen einfach keine Zeit dazu. Aber jetzt! Von nun an werden wir uns wöchentlich und verbal zu allen möglichen Lifestyle-Themen zu Wort melden, natürlich bleibt Mode auch beim Podcast ein wesentlicher talking point.

Wir diskutieren die Lifestyle-News der Woche, bringen Interviews mit Designern, Kreativen, Freunden, küren das Fundstück der Woche, empfehlen in den Likes Filme, (Hör-)Bücher, Musik, TV-Highlights und Kurioses aus dem Lifestyle-Web. Wir küren Winners & Sinners und lassen Sie, euch alle hinter die Kulissen unseres Blogzines blicken. Das und mehr ab sofort immer sonntags hier auf dem Blog oder ganz bequem zum Downloaden und Abonnieren auf iTunes.

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Und in den Shownotes zu jeder Podcast-Folge gibt’s alle Links, Videos und weiterführende Informationen zur Show. Here we go mit den

Shownotes zu Nahtlos! Das Lifestyle Podcast Folge 1/2011

1. How to reach us

E-Mail: podcast ( a t ) nahtlosblog.de Facebook Google+ Twitter

2. Vorspiel

Link zu unserer Fotostrecke „Low Budget, High Style – 32 Glamour-Outfits für den kleinen Geldbeutel” (ab 15.11.)

3. News der Woche

– Dior sucht (immer noch) Galliano-Nachfolger, Marc Jacobs derzeit aus dem Rennen – mehr dazu z.B. hier

PPR kauft Edelschneider Brioni – mehr dazu z.B. hier

– Versace for H&M – die ganze Kollektion zeigen wir hier; eine interessante Story dazu brachte der „Independent

– Die drei Magazin-Musketiere – mehr über die Rekord-Anzeigenumsätze von US-„Vogue”, „Vanity Fair” und „The New Yorker” steht hier

4. Magazine & Blog Watch

Mehr über Siems‘ favorite mindstyle Magazin „Happinez” gibt’s hier, das Heft am Kiosk

5. Fundstück der Woche

Tokyo Jane, die Accessoire-Neuentdeckung aus Dänemark. Mehr Infos zur Marke gibt es hier. Unsere Lieblings-Stücke zeigen wir in der Modestrecke „Low Budget, High Style“ (ab 15.11.)

6. Winners & Sinners

Sammy in ther City Winner: Sammy in the City – die Website des New Yorker It-Zwergspitz‘ und sein Facebook-Auftritt

Sinner: Bushido und der Bambi-Eklat – hier der Link zu „Kein Bambi für Bushido” auf Facebook und hier die Dankesrede von Bushido als Abschrift bei Medienjournalist Stefan Niggemeier

7. Likes

Matthias: – Meryl Streep als Maggie Thatcher in „The Iron Lady”:

In Deutschland startet der Film am 1. März 2012, mehr Infos gibt es hier.

Musical „Rebecca” in St. Gallen mit Maya Hakvoort, Thomas Borchert und Lisa Antoni in den Hauptrollen Im Podcast haben wir aus Gründen der Audioqualität einen kurzen Ausschnitt der Wiener Fassung mit Susan Rigvava-Dumas als Mrs. Danvers angespielt. Hier nun Maya Hakvoort, die der jungen Mrs. De Winter in St. Gallen das Fürchten lehrt – und uns in ihrer Rolle restlos begeistert hat:

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Tickets für die Aufführung gibt es hier

Siems: – Pitbull featuring Marc Anthony „Rain over me” – jetzt auf iTunes kaufen. Und hier der Link zum Video.

– Die US-Reality-Serie „Extreme Couponing” Hier ein Clip, wie Joyce an der Kasse auscheckt:

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Und für alle, die auch zur „Coupon Diva” mutieren wollen, hier eine Video-Anleitung:

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>Wir hoffen, die erste Ausgabe gefällt Ihnen und euch und macht Lust auf mehr. Wir jedenfalls können den nächsten Sonntag kaum abwarten! Stay tuned

P.S. Der Wein, den wir zum Mut-Antrinken süffelten, war übrigens ein 2011er Cabernet Sauvignon aus dem Süd-Osten Australiens.

Das Nahtlos! Podcast auf iTunes, Stitcher und Podcast.de

Nahtlos! in „Schuhmarkt”

Auch das Branchenblatt „Schuhmarkt” berichtete über unseren gestern zu Ende gegangen Fotowettbewerb mit Sebago und der Neuen Schule für Fotografie in Berlin seiner Ausgabe 19/2011:

Sebago frei zum Abschuss: Unter dem Motto ‚These shoes are made for shooting!‘ haben der Nahtlos! Blog und das Label Sebago ein Fotoprojekt gestartet, umgesetzt von jungen Fotografie-Studenten der Neuen Schule für Fotografie in Berlin. Die Studenten setzten die Klassiker von Sebago, darunter die Penny Mocs oder auch die Mokassins in Szene. Unter der Leitung von Eva Bertram präsentiert Nahtlos! in 13 Folgen die kreativen Arbeiten der Nachwuchstalente.”

Schumarkt 19/2011

Schumarkt 19/2011

Nahtlos! in „STEP fashion“

Unser Fotowettbewerb mit Sebago und der Neuen Schule für Fotografie in Berlin hat Aufmerksamkeit in der gesamten Schuhbranche erregt. So berichtet das Fachmagazin „STEP fashion“ in seiner aktuellen Ausgabe:

„Unter dem Motto ‚These shoes are made for shooting!‘ haben der Nahtlos! Blog und das Label Sebago ein faszinierendes Fotoprojekt gestartet. Umgesetzt wurde dieses von Fotografie-Studenten aus Berlin, welche die Schuhklassiker Sebagos wie den Penny Moc ‚Market‘ kreativ in Szene setzen.“

STEP fashion 04 2011

STEP fashion 04 2011


Nahtlos! in „EXBERLINER“



Obwohl wir nie in Berlin gelebt haben, freuen wir uns sehr, dass uns das englischsprachige Stadtmagazin „EXBERLINER“ im Mai 2011 zum „Blog of the month“ gekürt hat.

„This Bavarian duo gives a great insight into the daily fashion goings-on in Munich and therefore saves us having to go there.“

 

Nahtlos! in EXBERLINER

 

 

Nahtlos! in EXBERLINER

 

Our Big Crazy Gay Wedding in New York

Ringe Tiffany & Co Gay Wedding New York

Ihr Lieben, eigentlich drängen Matthias und ich uns auf Nahtlos! nicht oft in den Vordergrund. Wie bei einem guten Magazin sind es die Storys und die Menschen, die sie schreiben, die hier im Mittelpunkt stehen sollen. Da wir aber von Ihnen mit so vielen herzlichen Glückwünschen zu unserer Hochzeit in Manhattan überhäuft wurden – und mit reizenden Präsenten! – wollen wir unsere Trauung am 24.7.2011 hier noch einmal mit Ihnen allen teilen. Die Kollegen vom Hamburger Magazin „hinnerk” baten mich, unsere „Big Crazy Gay Wedding” in die Tastatur zu hacken – et voilà – hier ist sie schon. Viel Vergnügen & again vielen Dank!

Hinnerk_epaper Sept 11

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Mein erster Job als App-Kolumnist und Web-TV- Experte (für ShopStyle.de)

Weil die coverage der Modenschauen beim Brandenburger Tor auf Nahtlos! einfach noch nicht anstrengend genug war – und weil mich Neues einfach zu sehr reizt – nahm ich das Angebot von ShopStyle.de freudig an, für die offizielle App der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin eine tägliche Kolumne zu schreiben. Außerdem durfte ich gelegentlich in den Video-Diaries der App ein wenig über Mode plaudern.

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Mein Tagebuch-Eintrag für Tag 1
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Mein Tagebuch-Eintrag für Tag 2
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Mein Tagebuch-Eintrag für Tag 3
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Mein Tagebuch-Eintrag für Tag 4

Nahtlos! auf Horstson

Den verherenden Stylingunfall von Bettina Wulff zur Monaco-Hochzeit sowie Matthias‘ heimliche „Verehrung“ für Deutschlands First Lady, hat die Kollegin Daisydora vom Blog Horstson zum Anlass genommen einen öffentlichen Aufruf zur „Totalüberholung“ der Präsidentengattin zu starten. Sicherlich erraten Sie bereits, wen Daisydora für diesen Job im Auge hat. Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

Nahtlos! auf Horstson

Nahtlos! im Interview auf Global Blue

Im Interview, das Modejournalistin Ana Finel Honigman mit uns für das Lifestyle-Portal Global Blue geführt hat, plaudern wir über unsere Wahlheimatstadt München und verraten auch den ein oder anderen Geheimtipp. Alle Fragen und Antworten lesen Sie hier.

Nahtlos! auf Global Blue

Konstruktives Mentoring statt Verriss: Siems Luckwaldt vs „Der Spiegel”, Epilog

Zelt Bebelplatz Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2011/2012

Epilog

Wo sind sie, die neuen Joops, Sanders, Lagerfelds, fragen sich Journalisten-Kollegen und der interessierte Teil der Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen. Die stehen in den Startlöchern, antworte ich darauf jedes Mal und mit Nachdruck. Die kann man heute (!) bereits, z.B. in Berlin, beobachten und anfeuern – wenn man möchte. Man kann sie aber auch aus der Ferne totschreiben, ihnen die einzige (Medien-)Plattform entziehen, die sie (endlich) haben. Und so den brain drain ins Ausland, nach Wissenschaft und Handwerk, auch in der Modebranche aktiv fördern. It‘s up to us!

Psychologisch interessant ist es schon, dass uns bei der heimischen Modebranche, bei hoffnungsvollen Nachwuchsdesignern und mutigen Designunternehmern, jeglicher Mutterinstinkt abgeht. Bei bengalischen Tigern und Waisen in Bangladesch dagegen knipsen wir ohne zu zögern das wärmende Licht der Empathie an.

Berlin vs Düsseldorf? Nein!

Zum Standort Berlin hatte ich vor knapp zwei Jahren ein erhellendes Gespräch für Capital mit Premium-Mitbegründerin Anita Tillmann. Ich fragte sie, wie sie die Konkurrenz-Situation zwischen Düsseldorf, Veranstaltungsort der CPD (jetzt CPD Signatures), und der Modewoche in Berlin beurteile. Der Vorwurf: In Berlin werde bloß gefeiert, das Geschäft aber weiterhin in am Rhein gemacht. Und Tillmann, gebürtige Düsseldorferin, antwortete ganz einleuchtend sinngemäß so: „Wir sind nun mal dezentral aufgestellt in Deutschland. Warum sollen denn nicht die [eventartige] Präsentation der Mode, nebst Partys, in Berlin stattfinden und die Order in Düsseldorf geschrieben werden?“ Ganz davon abgesehen, dass auch die vielzitierte Business-Übermacht der CPD mehr als bröckelt, wie die „Brand Eins”-Kollegen beschreiben.

Mentoring statt Verriss

Natürlich muss es Aufgabe der Presse bleiben, kritisch zu beurteilen, wie die Fashion Week Berlin organisiert wird, wie die Kollektionen ausfallen, wer vielleicht nicht nicht hätte zeigen sollen, wie es um das generelle Niveau bestellt ist. Es ist jedoch auch nicht der Job eines Journalisten wie die Herren Waldorf & Statler in der „Muppet Show” aus sicherer Logen-Entfernung zu motzen, sondern mit den Modemachern in einen konstruktiven Dialog via Druckzeichen oder Buchstaben-Pixel zu treten. Konstruktives Mentoring statt geschäftsschädigendem Verriss aus einer Laune heraus.

Werte „Spiegel”-Kollegin, kennen Sie eigentlich Melissa Drier? Wenn nicht, sollten Sie sie kennenlernen, denn Melissa, die auf Englisch für den Fachdienst WWD berichtet, ist unserer Meinung nach eine der besten Modejournalistinnen auf deutschem Boden. Sie fordert um zu fördern, begleitet die Designer das ganze Jahr über – und dass mit mehr Know-how und Wohlwollen, als vermutlich ihr ganzes Ressort „Mode“ aufbringen kann. Wenn die deutsche Modenation eine „Mutter“ hat, dann in ihr. Doch wir brauchen noch viel mehr Pflege-Mütter und -Väter, die mithelfen, dass sowohl der Nachwuchs wie auch etablierte und vor der Expansion stehende Designer und Label flügge werden und prosperieren.

Jetzt noch einmal weniger sentimental und für die Generation BWL formuliert: Der Modestandort Deutschland ist ein spannendes Start-up-Unternehmen. Wir brauchen Fleiss 24/7, Leidenschaft in jeder Pore – und venture capital von Menschen, die daran glauben.

Wer ist dabei?

Lesen Sie nach, wie die Diskussion begann

Foto(s): Mercedes-Benz Fashion Week Berlin/PR

Opulenz, Chefredakteurinnen und Profit: Siems Luckwaldt vs „Der Spiegel”, Teil 4

Michael Michalsky BERLIN FASHION WEEK FW11 01/21/2011

Zitat: Nur Hugo Boss hält Berlin die Treue – und der Designer Michael Michalsky, der bedingungslos an den Standort glaubt: „Die Stadt hat ein eigenständiges Profil, sie steht für Mode des 21. Jahrhunderts. Die Schauen in Paris und Mailand sind antiquiert. In Berlin geht es um Streetwear und Subkulturen.“

Genau. Es kann und darf in Berlin eben nicht um einen Abklatsch nach Pariser oder Mailänder Formel gehen. Deshalb ist das seit Jahren (auch von anderen Kollegen) gemauelte „Berlin ist nicht Paris/Mailand/New York“ auch so unerträglich, destruktiv, trotzkindisch. Was soll das denn heißen? Berlin soll so sein wie Mailand? Soll Armani an der Spree zeigen und dazu gibt es Prosecco und Parmesan vom Laib? Wäre dann alles gut?

Nein, meines Erachtens muss Berlin den Weg Londons gehen, wo man sich unbeirrt seine eigenen Modegrößen ausgebildet, unterstützt und schließlich beklatscht hat. Alexander McQueen, Gareth Pugh, Peter Pilotto … Nicht immer in Nachbars Garten schauen und über das Gras klagen, das dort so viel grüner aussieht. Nicht Gäste aus dem Ausland hinzukaufen, damit man sich besser fühlt. Einen eigenen Weg gehen, und zielstrebig und auch mit ein klein wenig gesundem Patriotismus, aka Selbstbewusstsein (nein, das heißt nicht „blind“!) verfolgen.

„Support your local dealer”

Für Friseure gab es ja mal die Plakatkampagne „Was Friseure können, können nur Friseure“, für kleine Läden aus der Umgebung gibt es „Support your local dealer“-T-Shirts und selbst Kaninchenzüchter haben ihre mächtigen Verbände. Uns fehlt einfach eine Mode-Lobby vom Schlage der CFDA in New York. Punkt. Ein Verband, prominent besetzt, der Deutschland immer wieder daran erinnert, dass es an uns selbst liegt, ob wir lieber alles einkaufen oder auch selbst kreieren und verkaufen wollen. Der uns außerdem gebetsmühlenartig klar macht, dass es nur Branchen wie (Mode-)Design und andere Kreativberufe sind, mit denen wir überhaupt noch eine Chance haben können auf dem Weltmarkt. Kreativität, das haben so viele Autoren in preisgekrönten Büchern geschrieben, das es eine Schande ist, dass Kreative immer noch gegen zig Windmühlen kämpfen müssen, ist nicht die Währung der Zukunft sondern längst schon der Gegenwart! Wake up, everyone!!

Zitat: Aber zu sub sollte es eben auch nicht werden. Aus der Not fehlender Top-Namen wollten die Berliner Veranstalter eine Tugend machen und sich als Schaufenster des lokalen Nachwuchses präsentieren. Die Folge: Opulenz verströmen in Berlin weder die Schauen noch die gezeigte Mode.

Ach, auf einmal geht es um Opulenz, um Glamour, um VIPs ud Goldbrokat. Ich verrate ihnen mal, was Sie schreiben würden, wenn es das alles in Berlin so gäbe. „Außer (Promi-)Spesen nicht gewesen. Berlin zelebriert den Pomp, von modischer Innovation keine Spur“. Sollte es jemals so kommen, dann können Sie mich gern zitieren. Kostenlos!

Zitat: Der neudeutsche Purismus hat handfeste Gründe: Die aktuellen Berliner Zeltmieten von 10 000 bis 20 000 Euro für 20 Minuten Laufsteg-Brimborium sind für junge Designer mittlerweile eine riskante Investition. Viele haben die vergangenen Rezessionsjahre finanziell nicht überlebt.

Aha, jetzt noch einmal den Stiletto-Absatz tief in die Wunden der Newcomer und mutigen Existenzgründer treten. Und, nur zur Info, die 20 000 Euro sind ein Schnäppchen gegen zwischen 500 000 und 1 Million Dollar in New York. Viel Geld, ja, aber trotzdem noch Discount in der Modewelt. Und das ist auch gut so.

Zitat: Statt Kleidung zu entwerfen, suchte Kerner nach Sponsoren und nahm Nebenjobs an. Mittlerweile hat er einen Investor gefunden. Nicht auf der Modewoche, sondern ganz zufällig. Ein Rechtsanwalt stieg bei ihm ein.

Und das ist schlimm, weil …? Und so fahrlässig formuliert, klingt, als müsste Kilian Kerner nachts am McDrive Fritten verkloppen. Und selbst wenn: Für einen Traum tut man alles, oder? Ich empfehle Ihnen als reality check diesen Film.

Zitat: Zwar profitiert die Mode nicht von der Stadt, aber die Stadt von der Mode.
[…]
Weil parallel zur Fashion Week zwei Modemessen stattfinden, rechnen Hotels mit 200 000 zusätzlichen Übernachtungen, Taxifahrer und Restaurants machen gute Umsätze. Die Berlin Tourismus Marketing GmbH schätzt die Mehreinnahmen auf 100 Millionen Euro.

Dazu einfach mal ein paar ergänzende Zahlen aus der „Brand Eins” (S. 120 bis 124), wenn’s recht ist: 600 bis 800 Modedesigner haben ihre Ateliers oder Firmensitze in der Stadt. 250 000 Besucher kommen in jeder Saison nach Berlin, um sich Mercedes-Benz Fashion Week, Premium, Bread & Butter sowie diverse (!) flankierende Showroom- und sonstige Mode-Veranstaltungen anzuschauen. Knapp 90 Millionen Euro bringt das Berlin im Jahr ein. Zahlen darüber hinaus? Schwierig. Die Berliner Modewoche ist eben keine Traktorenmessen, wo am Schluss einfach die georderten Maschinen gezählt werden müssen. Viele Order erfolgen im Anschluss in Showrooms, in anderen Städten etc.

Zitat: Doch für die Designer zählt vor allem, wer bei ihnen im Publikum sitzt – oder eben nicht. Top-Modejournalisten wie die US-„Vogue“-Chefin Anna Wintour fehlen. Wenn in der deutschen Hauptstadt junge Designer ihre Mode zeigen, bleiben selbst die Plätze für die hiesigen Chefredakteurinnen meist leer.

Bei wie vielen Shows waren Sie denn, Frau Kollegin? Und: Würden sie „hiesige Chefredakteurinnen“ überhaupt erkennen, wenn sie Ihnen gegenüber säßen? Als kleinen Gratis-Blick in die Kristallkugel der Mode-Medienzukunft würde ich dazu gern noch dies loswerden: Die vormals exklusive Welt der Modeberichterstattung ist mitten drin im radikalsten Wandel seit der Erfindung der Modenschau. Ob Blogger in der front row oder live streams für alle im Internet, der elitäre Zirkel, der Designer und ihre Werke beurteilt, kriegt weltweit täglich neue Gesellschaft und sollte es sich auf den Erste-Reihe-Polstern nicht zu bequem machen. Die Google-Gesellschaft bricht alte Kräfte- und Machtverhältnisse gerade schneller auf, als Sie „Fashion Week Berlin“ in die Suchmaschine tippen können.

Bald geschafft, hier kommt der Epilog …

Foto(s): Mercedes-Benz Fashion Week Berlin/PR

Von Einkäufern und Promis: Siems Luckwaldt vs „Der Spiegel”, Teil 3

Jenny Elvers-Elbertzhagen Mercedes-Benz Fashion Week Berlin 2011/2012

Zitat: Wenn die Fashion Week am Dienstag startet, wird es in Berlin auch an bedeutenden Einkäufern fehlen, an wichtigen Modekritikern – und sogar an zugkräftigen Marken.
[…]
Das Grundproblem der Berliner Show: Sie hat die kritische Masse und Klasse nie erreicht, die dann erst den Glanz wirklich prominenter Kunden und mit ihnen das Geld großer Investoren anzieht.
[…]
Wichtige Einkäufer großer Nobelkaufhäuser wurden dagegen nie gesichtet.

Sind Sie hellsichtig begabt, Frau Kollegin? „Wird es an …fehlen?“ Ist das Journalismus aus der Kristallkugel? Anyway, zur Frage, wann eine Modenschau, eine Fashion Week insgesamt, erfolgreich verlaufen ist für die teilnehmenden Designer: Da haben sich die Kollegen von Brand Eins ein wenig mehr Mühe bei der Recherche gemacht, und in einem sehr differenzierten Artikel sehr gut erfasst, dass Mode nicht nur stofflich, das Geschäft mit ihr vor allem feinstofflich ist! Da gehört die Inszenierung ebenso zum Produkt wie eine Design-Vision und die textile Verarbeitung.

Und in der Tat gibt es manche Show in Berlin, die noch nicht das erfüllte, was US-Designerin Nanette Lepore einmal in einem Interview zu den allgemeinen Kriterien für eine Fashion-Week-Teilnahme formuliert hat: „There are plenty of collections out there that do big business, but they’re not runway-worthy. Their looks are not fashion-forward and they are not directional. Buyers and the press have very little tolerance for seeing bland, mainstream collections on the runway. Those that show are the talented leaders in the industry and their influence trickles down to everyone else.“ Aber, sagt Lepore, hier hilft die natürliche Auslese: „If they don’t get any press and don’t sell well they don’t show up again next season.

Die Einkäufer: Die sind in Deutschland nicht ganz so leicht zu identifizieren, als anderswo. Noch ordern Saks Fifth Avenue, Barneys, Nordstrom oder Bergdorf Goodman nicht oder kaum beim deutschen Modenachwuchs. Doch wenn wir nicht einmal an unsere Fashion-Power glauben, wie soll es denn das Ausland tun? Self-fulfiling prophecy und so, gell! Ohnehin hält sich der Einzelhandel Rezessions-bedingt gerade mit dem Orderbuch zurück – auch bei großen, internationalen, etablierten Häusern übrigens. Umso wichtiger ist der grass roots support im Inland!

Blau gefärbter Pudel Mercedes-Benz Fashion Week Berlin 2011/2012

Zitat: Berlin lockt Promis an vom Schlage der Immer-noch-Lothar-Matthäus-Gattin Liliana. Ebenfalls stets in der ersten Reihe präsent: der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der sich dann gern mit Schönheiten wie Sarah Nuru, Gewinnerin von „Germany’s Next Topmodel“, schmückt.

Tilda Swinton? Hayden Christensen? Karolina Kurkova? Alle verpasst, Frau Kollegin?? Deutschland, deine Promis. Ganz ehrlich, das wäre jetzt eine eigene Abhandlung wert. Und ganz ehrlich, das Fehlen „wahrer Stars“ kann man wohl kaum der Fashion Week Berlin anlasten. Außerdem: Wenn Sie in Italien am Laufsteg sitzen, vor allem bei den Männerschauen, dann kennen auch nur die Italiener die vollbusigen Starlets, die als VIPs geladen sind. (Wie es sich vermutlich anfühlt, als prominentes Kamera-Freiwild in der ersten Reihe zu hocken, dass hat der Kollege Jeroen van Rooijen in der NZZ aufgeschrieben.)

Zitat: Immerhin: Im Jahr 2007 zählten die Veranstalter 11 Designer, dieses Jahr stehen über 40 Schauen auf dem Plan.

Ist das ein Lob? Ich fasse es nicht! Zusatz-Info: Die New York Fashion Week umfasste 1993, also 50 Jahre nach ihrem Start, 42 Modenschauen. No need to feel bad, right?

Zitat: Zum Begleitprogramm gehören auch die „Showroom Days“ von Galeria Kaufhof, was in etwa so avantgardistisch klingt wie ein Tupperabend in Frankfurt an der Oder.

Keine Zeit gehabt zur Premium zu fahren? Oder zur Bread & Butter? Oder zum Green Showroom? Schade. Nur rausgepickt, was sich sarkastisch verarbeiten lässt? Unprofessionell.

Weiter zu Teil 4 …

Foto(s): Mercedes-Benz Fashion Week Berlin/PR